02 April 2026, 18:05

Franziska Erdle übernimmt ABDA-Führung in stürmischen Apothekenreform-Zeiten

Außenansicht der "The Generics Pharmacy"-Filiale in einer städtischen Gegend mit umliegenden Gebäuden, Infrastruktur und Fahrzeugen unter einem klaren blauen Himmel.

Franziska Erdle übernimmt ABDA-Führung in stürmischen Apothekenreform-Zeiten

Franziska Erdle hat die Führung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) als neue Vorstandsvorsitzende übernommen. Ihre Amtsübernahme fällt in eine turbulente Phase, in der weitreichende Apothekenreformen lokale Betriebe und die Patientenversorgung bedrohen. Erdle folgt auf Dr. Sebastian Schmitz, der Ende vergangenen Jahres nach mehreren Jahren an der Spitze der Organisation zurücktrat.

Vor ihrem Wechsel zur ABDA leitete Erdle als Vorstandsvorsitzende den Wirtschaftsverband der deutschen Metalleindustrie (WVM). Ihr Führungsstil deutet bereits auf einen Kurswechsel hin: Während ihr Vorgänger politische Interessenvertretung oft ehrenamtlichen Vertretern überließ, will sie künftig selbst stärker in die Gestaltung von Gesetzen eingreifen.

Im Januar 2024 trat Erdle ihr Amt an – just zu dem Zeitpunkt, als die deutsche Pharmareform (PHARMREF) an Fahrt aufnahm. Bis März 2026 waren zentrale Neuerungen wie die verpflichtende Generika-Substitution ab 2025 und Obergrenzen für Rabatte im Bundestag diskutiert worden. Trotz der Bedenken der ABDA gegenüber dem zusätzlichen Arbeitsaufwand für Apotheken wurde das Gesetz am 1. April 2026 mit breiter Mehrheit verabschiedet.

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Ihre erste große Herausforderung besteht nun darin, aus dem aktuellen Reformentwurf ein Gesetz zu machen, das Apotheken tatsächlich stärkt. Erdle hat angekündigt, für Nachbesserungen zu kämpfen, die den Sektor stabilisieren und die Patientenversorgung sichern. Dafür will sie den Dialog mit Abgeordneten des Bundestags aktiv suchen.

Auch intern setzt sie auf Veränderungen: Das Sekretariat der ABDA wird in 14 Fachbereiche umstrukturiert und löst damit die bisherige Abteilungsstruktur ab. Weitere Schwerpunkte liegen auf der Verbesserung der internen Kommunikation und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um die Organisation zu modernisieren.

Die Pharmareform ist zwar beschlossen, doch Erdles Arbeit ist damit noch lange nicht beendet. Sie muss sicherstellen, dass die neuen Regelungen lokale Apotheken nicht überfordern, während sie gleichzeitig die Effizienz der ABDA-Geschäftsführung aufrechterhält. Wie sich der Sektor in den kommenden Jahren an die Veränderungen anpasst, wird maßgeblich von ihrer Führung abhängen.

Quelle