Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg kämpfen mit Rekordkosten und Auftragsflaute
Tobias SeidelHandwerksbetriebe in Baden-Württemberg kämpfen mit Rekordkosten und Auftragsflaute
Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg stehen vor den größten Herausforderungen seit über einem Jahrzehnt. Steigende Kosten und rückläufige Aufträge drücken die Stimmung auf ein Niveau, wie es seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr verzeichnet wurde. Der Handwerk BW-Verband, der 145.000 Handwerksbetriebe in der Region vertritt, warnt, dass sich die Lage weiter verschärfen könnte, falls die Ausgaben weiterhin ansteigen.
Noch vor einem Jahr bewerteten fast die Hälfte aller Unternehmen ihre Situation als gut, nur 19 Prozent bezeichneten sie als schwach. Aktuell geben jedoch nur noch 37 Prozent an, wirtschaftlich gut dazustehen – der niedrigste Wert seit 2009. Gleichzeitig stufen mittlerweile 26 Prozent der Betriebe ihre Lage als schlecht ein.
Auch die Auftragsbücher werden dünner. In der jüngsten Umfrage verzeichneten 44 Prozent der Unternehmen einen Rückgang der Bestellungen – im Vorjahr waren es noch 34 Prozent. Nur 17 Prozent meldeten einen Anstieg, nach 21 Prozent im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Die größten Belastungen gehen von explodierenden Energie- und Beschaffungskosten aus. Geopolitische Spannungen verschärfen die Problematik zusätzlich. Mit 770.000 Beschäftigten und 46.000 Auszubildenden im gesamten Sektor wirken sich die Herausforderungen sowohl auf Arbeitsplätze als auch auf die Ausbildungsmöglichkeiten aus.
Die Zukunft der Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg bleibt ungewiss. Sollten die Kosten weiter steigen, könnte sich die Situation deutlich zuspitzen. Derzeit bereiten sich die Unternehmen auf weitere Rückgänge bei Aufträgen und Stimmung vor.






