Mainz wird grün – nicht durch Bäume, sondern durch Farbtöpfe und EU-Geld
Anton WolfMainz wird grün – nicht durch Bäume, sondern durch Farbtöpfe und EU-Geld
Mainz startet ungewöhnlichen Plan: Die Stadt soll grün werden – durch Farbanstrich
Mainz setzt auf ein ungewöhnliches Vorhaben, um die Stadt grüner zu gestalten: Gebäude werden kurzerhand angemalt. Das Projekt löst frühere Bemühungen ab, mehr Parks und Bäume zu schaffen – doch diese kamen kaum voran. Nun sollen bis Jahresende tausende Bauwerke in verschiedenen Grüntönen neu gestrichen werden.
Hinter dem Strategiewechsel steht ein neues EU-Förderprogramm, das erhebliche Zuschüsse für städtische Klimaprojekte bereitstellt. Zwar weicht der Ansatz von klassischen Begrünungsmaßnahmen ab, doch die Verantwortlichen hoffen, damit dennoch die Umweltziele zu erreichen.
Betroffen sind vor allem zentrale Bereiche wie die Gebäude rund um den Mainzer Markt, das Neustadtviertel und das Staatstheater. Auch der Leichhof-Friedhof ist Teil des Plans, während die Einbeziehung des Mainzer Doms noch ungewiss ist. Bis 2025 will die Stadt rund 10 Millionen Euro in das Vorhaben investieren.
Doch nicht nur die Architektur wird grüner: Auch Uniformen und Sport sollen einbezogen werden. Polizisten kehren zu grüner Dienstkleidung zurück, und der lokale Fußballverein 1. FSV Mainz 05 wird künftig in grünen Trikots auflaufen. Die Maßnahmen entsprechen den EU-Vorgaben, die bereits ähnliche Projekte in Köln, Leipzig und Düsseldorf gefördert hat.
Kritik gab es zuletzt an neu errichteten Gebäuden in Mainz, deren karge und ungemütliche Gestaltung bemängelt wurde. Als Reaktion schreibt die Stadtverwaltung nun vor, dass alle Neubauten grüne Fassaden erhalten müssen. Damit wird das ursprüngliche Ziel, mehr Parks und baumbestandene Straßen zu schaffen – das nie richtig umgesetzt wurde –, durch eine farbliche Lösung ersetzt.
Das Anstrichprojekt markiert einen deutlichen Kurswechsel in der Mainzer Umweltpolitik. Statt auf Begrünung setzt die Stadt nun auf Farbe und Vorgaben, um ihre Klimaziele zu erreichen. Ob der Plan gelingt, hängt davon ab, wie die Bevölkerung ihn annimmt – und ob er die Auflagen der EU-Fördermittel erfüllt.






