03 April 2026, 02:04

Neues Apothekengesetz: Mehr Vorsorge, aber Finanzierung bleibt strittig

Blauer Hintergrund mit weisser Schrift und Logo, das '19 Millionen Amerikaner werden geschätzt 400 USD pro Jahr an Arzneimittelkosten sparen' angibt.

Neues Apothekengesetz: Mehr Vorsorge, aber Finanzierung bleibt strittig

Die deutsche Bundesregierung treibt eine stärkere Einbindung der Apotheken in die Gesundheitsversorgung voran. Mit dem neuen Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sollen sie künftig stärker auf Krankheitsvorsorge und Früherkennung setzen. Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) zeigt sich gespalten: Er begrüßt Teile der Reform, äußert aber auch Bedenken.

Seit 2020 stagniert oder sinkt die Nachfrage nach klassischen Apothekendienstleistungen. Digitale Alternativen wie Online-Apotheken und Telemedizin haben das Verhalten der Patientinnen und Patienten verändert – der persönliche Abholung von Rezepten ging bis 2025 um etwa 5–10 Prozent zurück.

Der PKV-Verband befürwortet Teile des neuen Gesetzes, insbesondere die Schwerpunkte auf Impfungen und die Notfallversorgung mit Medikamenten. Gelobt wird die geplante Regelung, wonach langfristig verordnete Arzneimittel in Notfällen einmalig ohne Rezept abgegeben werden dürfen. Auch die neuen Preisvorgaben für Rezepturarzneimittel findet der Verband gut, pocht jedoch auf eine Einbindung in künftige Beratungen.

Gleichzeitig warnt die Vereinigung vor einer zu schnellen Ausweitung pharmazeutischer Dienstleistungen. Jeder Eingriff in die ärztliche Alleinzuständigkeit müsse sorgfältig geprüft werden, betont der Verband. Zudem stellt er infrage, ob Beratungen zu Verhaltensrisiken den Patientinnen und Patienten tatsächlich nutzen.

Ein zentrales Problem bleibt die Finanzierung. Der PKV-Verband fordert ein neues Fördersystem für Apothekendienstleistungen und wirbt für eine gesetzliche Änderung, die es Privatversicherten ermöglicht, diese Leistungen individuell in Rechnung zu stellen. Ohne solche Maßnahmen drohten der Ausbau der Apothekenrollen "erhebliche Hindernisse", so die Warnung.

Die Haltung des Verbandes spiegelt allgemeine Trends wider: Seit dem Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG) von 2020 werden viele Apothekenservices kaum genutzt. Der Wandel hin zu digitalen Gesundheitsangeboten hat zudem die Kundenfrequenz in klassischen Apotheken weiter verringert – der Erfolg neuer Dienstleistungen ist damit ungewiss.

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Ziel des ApoVWG ist es, Apothekerinnen und Apothekern eine stärkere Position im Gesundheitssystem zu verschaffen. Doch die Reaktion des PKV-Verbands zeigt: Es gibt noch Hürden – von der Finanzierung bis zur Nachfrage der Patienten. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie die Politik diese Bedenken aufgreift und dabei die Interessen von Ärzten, Apotheken und Versicherern in Einklang bringt.

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