24 March 2026, 14:04

Nurejew-Ballett zwischen Triumph und Zensur: Ein Leben auf der Bühne

Eine Balletttänzerin in einem weißen Tutu und Spitzenschuhen tanzt auf der Bühne, während das Publikum zusieht, mit einem Schlossgemälde im Hintergrund.

Nurejew-Ballett zwischen Triumph und Zensur: Ein Leben auf der Bühne

Ein mutiges Ballett über Rudolf Nurejews dramatisches Leben erntet sowohl Beifall als auch Zensur

Die von Kirill Serebrennikow inszenierte und von Juri Possochow choreografierte Produktion feierte 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater Premiere. 2023 wurde das Stück in Russland aufgrund umstrittene Gesetze, die LGBTQ+-Themen betreffen, verboten.

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Nurejew wurde 1938 als Sohn baschkirisch-tatarischer Eltern während einer Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn geboren. Seine außergewöhnliche Karriere und seine Flucht aus der Sowjetunion nach Frankreich im Jahr 1961 stehen im Mittelpunkt des packenden ersten Akts des Balletts. Die Inszenierung zeigt eindrucksvoll seine frühen Kämpfe, den Aufstieg zum Ruhm und die spektakuläre Flucht.

Der zweite Akt vermag jedoch trotz beeindruckender Solodarbietungen und mitreißender Ensembleszenen nicht ganz an die gleiche Intensität anzuknüpfen. Das Ballett endet mit einer berührenden Darstellung von Nurejews letzten Tagen vor seinem Tod 1993.

Regisseur Kirill Serebrennikow konnte der Premiere 2017 aufgrund von Hausarrest – er stand unter dem Vorwurf der Veruntreuung, der später zu einer Verurteilung führte – nicht beiwohnen. Die Produktion selbst war von Anfang an umstritten, da die Darstellung von Nurejews Homosexualität mit russischen Gesetzen kollidierte. Trotz der Kontroversen feierte das Stück große Erfolge, bevor es 2023 aus dem Spielplan des Bolschoi gestrichen wurde.

Der in der Ukraine geborene Choreograf Juri Possochow ist weiterhin in Russland tätig und hat an mehreren Bolschoi-Produktionen mitgewirkt. Ursprünglich war das Ballett bereits 1995 in Berlin uraufgeführt worden – lange vor Serebrennikows Beteiligung. Im selben Jahr wurde auch Nurejews Nachlass versteigert, was ein weiteres Kapitel seines bleibenden Erbes markierte.

Nurejew bleibt ein kraftvolles, wenn auch polarisierendes Werk. Das Verbot in Russland unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen künstlerischer Freiheit und staatlicher Regulierung. Der Einfluss der Produktion reicht mittlerweile über die Bühne hinaus – verbunden mit Nurejews außergewöhnlichem Leben und den politischen Herausforderungen, denen sich seine Schöpfer gegenübersahen.

Quelle