Spätaussiedler-Zahlen in Friedland sinken 2025 auf historischen Tiefstand
Tobias WernerSpätaussiedler-Zahlen in Friedland sinken 2025 auf historischen Tiefstand
Friedland, Deutschlands größtes Durchgangslager für Spätaussiedler, verzeichnete 2025 insgesamt 4.238 Neuankömmlinge. Unter ihnen waren 1.079 Menschen aus Kasachstan – eine Zahl, die deutlich unter den Werten früherer Jahrzehnte liegt. Das Lager bleibt für viele der erste Anlaufpunkt auf dem Weg zu einem neuen Leben in Deutschland und bietet erste Registrierung sowie Unterstützung bei der Integration.
In den 1990er-Jahren und zu Beginn der 2000er wanderten jährlich Zehntausende aus Kasachstan nach Deutschland aus. Auf dem Höhepunkt der Migration wurden Anfang der 2000er-Jahre noch über 38.000 kasachische Spätaussiedler pro Jahr registriert. Doch nach den Reformen des Bundesvertriebenengesetzes im Jahr 1993, die strengere Sprach- und Integrationsanforderungen einführten, gingen die Zahlen deutlich zurück.
Bis 2010 sank die Zahl der Spätaussiedler aus Kasachstan auf nur noch 508. Zwei Jahre später, 2012, wurden lediglich 422 registriert. Der Rückgang setzte sich fort, wobei sich die jährlichen Zahlen in den letzten Jahren bei einigen Tausend einpendelten.
2024 gab es einen leichten Anstieg auf etwa 2.546 kasachische Spätaussiedler. Doch 2025 fiel die Zahl wieder auf 1.079. Daneben nahm Friedland 2.562 Menschen aus Russland, 381 aus der Ukraine und 80 aus Kirgisistan auf.
Der stetige Rückgang der kasachischen Spätaussiedler spiegelt die allgemeinen Veränderungen in der Migrationspolitik wider. Friedland bleibt zwar ein zentraler Einreiseort, doch die aktuellen Zahlen liegen weit unter denen vergangener Jahrzehnte. Die Daten von 2025 bestätigen diesen langfristigen Abwärtstrend.






