Vonovia setzt auf Wärmepumpen – doch die Aktie stürzt ins 52-Wochen-Tief
Tobias SeidelVonovia setzt auf Wärmepumpen – doch die Aktie stürzt ins 52-Wochen-Tief
Vonovia verzeichnet einen Anstieg der bereinigten Erträge um 6,0 % im Geschäftsjahr 2025 und erreicht etwa 2,8 Milliarden Euro. Dennoch hat der Aktienkurs des Immobilienkonzerns mit einem neuen 52-Wochen-Tief von rund 21 Euro einen Dämpfer erhalten – ein Rückgang von etwa 25 % allein im letzten Monat.
Das Unternehmen setzt nun verstärkt auf Modernisierung: Bis 2028 sollen Gebäude aufgewertet und die Abkehr von fossilen Brennstoffen vorangetrieben werden. Die Auslastungsquote bleibt mit 97,9 % hoch, während das organische Mietwachstum bei 4,1 % liegt. Doch das Vertrauen der Anleger scheint erschüttert – die Aktie notiert deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.
Um die Emissionen zu senken, testet Vonovia in Nürnberg ein neues Heizsystem. Im Rahmen eines Pilotprojekts werden 59 Wohnungen mit einem modularen "Wärmepumpen-Würfel" namens Plug-and-Heat ausgestattet. Das System benötigt lediglich ein Schotterfundament und lässt sich schnell in Bestandsgebäude integrieren.
Die Installation einer Einheit kostet rund 15.000 Euro. Die Technologie verspricht dank digitaler Steuerung und Fernwartung eine höhere Effizienz als herkömmliche Heizungen. Vorstandschef Luka Mucic treibt eine umfassende Strategie voran, um fossile Brennstoffe in Vonovias Bestand durch dezentrale Energielösungen zu ersetzen.
Bis 2028 will das Unternehmen ein zentrales Fernwärmenetz aufbauen und so Gas und Öl in seinem aktuellen Wohnungsbestand überflüssig machen. Zwar zeigen die Finanzzahlen ein stetiges Ertragswachstum, doch die Aktienperformance hat spürbar nachgegeben. Das Nürnberger Pilotprojekt markiert den ersten Schritt einer breiter angelegten Initiative zur Modernisierung der Heizsysteme.
Bei Erfolg könnte das Vorhaben den Weg für eine vollständige Umstellung auf klimafreundliche Energie in Tausenden Wohnungen in den kommenden Jahren ebnen.






